Dehnung

De1

Die meisten betonten langen Vokale schreibt man mit einfachem Buchstaben (Beispiele: leben, Wagen, holen, Schule). Das gilt vor allem für einsilbige Wörter (Beispiele: los, wen, zu, so).

De2

Bei einer kleineren Gruppe von Wörtern folgt nach dem betonten langen Vokal ein "h" (das "verflixte ´h´")

(Beispiele: gehen, mähen, froh, geschehen)

Das "verflixte ´h´" steht nach langem Vokal besonders oft, wenn danach ein "l", "m", "n" oder "r" folgt.

(Beispiele: Gefühle, zahm, Bohne, Ohr)

De3

Mehr als drei Viertel aller Wörter mit lang gesprochenem "i" werden im Deutschen mit "ie" geschrieben.

(Beispiele: sieben Riesen liefen über eine Wiese)

De4

Verben auf "-ieren" schreibt man immer mit "ie".

(Beispiele: probieren, spazieren)

De5

Einige Verben bilden das Präteritum mit "ie".

(Beispiele: laufen - ich lief; schlafen - ich schlief)

De6

Wörter mit lang gesprochenem "i", die nur mit einfachem "i" geschrieben werden, sind die Ausnahme. Einige davon werden aber sehr oft benutzt.

(Beispiele: mir, dir, wir, er gibt)

De7

Das lang gesprochene "i" wird nur in den Formen der Pronomen "ihm, ihr, ihnen" mit "ih" geschrieben.

De8

In Fremdwörtern bleibt das lange "i" in der Regel ohne Dehnungszeichen.

(Beispiele: Bibel, Brise, Klima, Tiger)

De9

Bei einigen Wörtern werden die betonten langen Vokale "a", "e", "o" durch Vokalverdopplung gedehnt.

(Beispiele: Haare, leer, Moos)

 

Schärfung

Es hilft beim Schreiben, wenn man darauf achtet, ob die Vokale (Selbstlaute: a, ä, e, i, o, ö, u, ü) kurz oder lang gesprochen werden. Denn die Aussprache der Vokale bestimmt oft die Schreibung der nachfolgenden Konsonanten (Mitlaute).

Sc1

Nach betonten kurzen Vokalen folgen fast immer zwei Konsonanten. Man kann sie beim Hören meist gut unterscheiden.

(Beispiele: Kopf, Hand, turnen)

Sc2

Hört man nach betonten kurzen Vokalen nur einen Vokal, wird der beim Schreiben verdoppelt.

(Beispiele: Koffer, Ball, schwimmen, knabbern)

Sc3

Die Verdoppelung von "k" und "z" zu" kk" und "zz" findet sich nur in Fremdwörtern (Beispiele. Mokka, Pizza).

Im Deutschen wird stattdessen "ck" und "tz" geschrieben.

(Beispiele: Witze, Glück, Stock, Katze)

Sc4

In Fremdwörtern steht nach kurzem Vokal oft auch nur ein "k".

(Beispiele: Diktat, Doktor, Architekt)

Sc5

Nach "l,n,r", das merke ja, schreibe nie "tz" und nie "ck"!

(Beispiele: Schmalz, Kranz, Herz, Kalk, Gedanke, Kerker)

Sc6

In unbetonten Nachsilben wird der Konsonant nur im Inlaut verdoppelt.

(Beispiele: Königin - Königinnen; Omnibus - Omnibusse)

 

Großschreibung

Gr1

Satzanfänge werden groß geschrieben. Eigennamen werden groß geschrieben. Nomen (=Substantive) werden groß geschrieben. Man erkennt Nomen daran, dass man einen Begleiter davor setzen kann.

Gr2

Wörter anderer Wortarten werden immer dann groß geschrieben, wenn sie als Nomen gebraucht werden, d.h. "nominalisiert" werden.

Beispiele:

nominalisierte Adjektive: Altes und Neues, das Blau

nominalisierte Verben: das Schlafen, zum Lesen

nominalisierte Adverbien: nach vielem Hin und Her

nominalisierte Pronomen: das vertraute Du

nominalisierte Numerale: jeder Dritte, der Nächste

nominalisierte Präpositionen: das Für und Wider

nominalisierte Konjunktionen: ohne Wenn und Aber

nominalisierte Interjektionen: ein lautes Weh und Ach

Gr3

Groß geschrieben werden Adjektive,

- wenn eine feste Verbindung aus Adjektiv und Substantiv einen Eigennamen bildet.

(Beispiele: der Blaue Planet, der Deutsche Bundestag)

- in Titeln

(Beispiele: der Regierende Bürgermeister),

- in klassifizierenden Bezeichnungen der Botanik und der Zoologie

(Beispiele: das Fleißige Lieschen, die Schwarze Witwe),

- in der Bezeichnung von Kalendertagen

(Beispiele: der Heilige Abend),

- in der Bezeichnung von historischen Ereignissen

(Beispiele: der Zweite Weltkrieg).

Gr4

Groß geschrieben werden Adjektive in Paarformeln zur Bezeichnung von Personen

(Beispiele: Jung und Alt, Arm und Reich)

Gr5

Groß geschrieben werden die Höflichkeitsanreden "Sie, Ihr, Ihre" usw.

(Beispiele: Wie heißen Sie?; Wie geht es Ihnen und Ihren Kindern?)

Gr6

Groß geschrieben werden unbestimmte Zahladjektive, die den Indefinitpronomina nahestehen.

(Beispiele: jeder Einzelne, als Ganzes, das Geringste,

alles Mögliche, alles Übrige, alles Weitere

Verschiedenes, Unzählige, Ungezählte)

Gr7

Groß geschrieben werden Tagesbezeichnungen in Verbindung mit den Adverbien

"vorgestern, gestern, heute, morgen, übermorgen".

(Beispiele: heute Nachmittag, übermorgen Abend)

Gr8

Groß und zusammengeschrieben werden Verbindungen mit einem Wochentag.

(Beispiele am Montagmorgen, Freitagnacht)

 

Kleinschreibung

Kl1

Alle Wörter, die von Hause aus keine Nomen sind, werden kleingeschrieben.

Kl2

Kleingeschrieben werden Adjektive in festen Verbindungen, die keine Eigennamen sind.

(Beispiele: die erste Hilfe, das schwarze Schaf)

Kl3

Kleingeschrieben werden Adjektive in festen Verbindungen, die sich nicht auf Personen beziehen.

(Beispiele: von nah und fern, durch dick und dünn)

Kl4

Kleingeschrieben werden Adjektive auf -(i)sch, die von Eigennamen abgeleitet sind.

(Beispiele: die goetheschen Dramen, der archimedische Punkt)

Kl5

Kleingeschrieben werden Pronomen als unbestimmte Mengenangaben.

(Beispiele: mancher, jeder, alle, beide, viel, wenig, eine, andere) S. 9

Kl6

Kleingeschrieben werden Grundzahlen unter einer Million und Bruchzahlen bei Uhrzeiten und Maßangaben.

(Beispiele: Der Mann ist über fünfzig. Es ist viertel vor fünf.

Er trank einen viertel Liter Milch.)

Kl7

Kleingeschrieben werden adverbialisierte Nomen, d.h. Nomen, die durch ein angehängtes "-s" zum Adverb gemacht werden.

(Beispiele: morgens, mittags, montags, rechtens, willens, seitens)

Kl8

Kleingeschrieben werden angst, bange, gram, leid, pleite, schuld

in Verbindung mit den Verben "sein", "bleiben" oder "werden".

(Beispiele: In der Geisterbahn wird Kindern angst und bange.

Wer ist denn nun schuld an dem Unfall?)

Kl9

Kleingeschrieben werden Superlative nach "am", wenn man am nicht als an dem auflösen kann.

(Beispiele: am besten, am schönsten, am größten)

 

S-Laute

Im Deutschen unterscheidet man zwischen einem stimmhaften s-Laut und einem stimmlosen s-Laut.

Beim Wort "Rose" vibrieren die Stimmbänder (= stimmhafter s-Laut),

bei dem Wort "Ross" vibrieren sie nicht (= stimmloser s-laut).

S1

Der stimmhafte s-Laut wird immer "s" geschrieben.

(Beispiele: Rose, Hose, Wiese)

S2

Hört man im Wortstamm nach kurzem Vokal nur ein stimmloses "s", schreibt man "ss" (entspricht der Regel: Schärfung)

(Beispiele: Wissen, Schluss, Kuss, Schloss)

S3

Hört man im Wortstamm nach kurzem Vokal ein stimmloses "s" und danach einen zum Wortstamm gehörenden Konsonanten, schreibt man "s + Konsonant".

(Beispiele: testen (vgl. der Test), hasten ( vgl. die Hast), meistens,

feist, fast, Wespe, Maske; entspricht der Regel: Schärfung 1)

S4

Folgt dem stimmlosen "s" ein nicht zum Wortstamm gehörender Konsonant (meist ein "t"), schreibt man "ss + Konsonant".

(Beispiele: er hasst - hassen, das stresst - stressen, du musst - müssen)

S5

Der stimmlose s-Laut im Inlaut nach langem Vokal oder Diphthong und vor folgendem Vokal wird mit "ß" geschrieben.

(Beispiele: Straße, ließen, außer)

S6

Der stimmlose s-Laut im Auslaut nach langem Vokal oder Diphthong wird mit "ß" geschrieben, wenn eine andere Form des Wortes ein "ß" hat.

(Beispiele: Ableitungen mit "ß": aber: Ableitungen mit "s":

das Maß - die Maße das Glas - die Gläser

der Fleiß - fleißig) das Gras - die Gräser

der Gruß. - die Grüße lies! - lesen

er reißt - reißen der Preis - die Preise

er büßt - büßen er rast - rasen

er grüßt - grüßen er liest - lesen

 

Getrenntschreibung

Getrenntschreibung von Verbindungen aus Substantiv und Verb

Ge1

Getrennt geschrieben werden Verbindungen aus Nomen und Verb.

(Beispiele: Rad fahren)

Achtung: Wenn eine Verbindung aus Nomen und Verb nominalisiert,

d.h. als Nomen gebraucht wird, schreibt man sie zusammen.

(Beispiele: das Radfahren)

Ge2

Getrennt geschrieben werden Verbindungen aus Substantiv und Partizip.

(Beispiele: Rad fahrende Schüler, ein Aufsehen erregendes Ereignis)

Getrenntschreibung von Verbindungen aus Verb und Verb

Ge3

Getrennt geschrieben werden Verbindungen aus Verb und Verb.

(Beispiele: gehen lassen)

Ge4

Getrennt geschrieben werden Verbindungen aus Verb und Partizip.

Die Reihenfolge von Partizip und Verb spielt dabei keine Rolle.

(Beispiele:

Verb + Partizip I: kleben bleibend

Verb + Partizip II: kennen gelernt

Partizip II + Verb: getrennt schreiben

Partizip II + Partizip II: verloren gegangen

Getrenntschreibung von Verbindungen aus Adjektiv und Verb

Ge5

Getrennt geschrieben werden Verbindungen aus Adjektiv und Verb, bzw. Adjektiv und Partizip, wenn das Adjektiv gesteigert oder mit "sehr" oder "ganz" erweitert werden kann.

(Beispiele: schnell fahren, ganz frisch gestrichen)

Achtung: Achte auf die Wortbedeutung:

frei sprechen = ohne Spickzettel sprechen;

freisprechen = einen Angeklagten von der Anklage befreien!!!

Ge6

Getrennt geschrieben werden Verbindungen aus Adjektiv und Verb,

wenn das Adjektiv auf "-ig", "-lich" oder "-isch" endet.

(Beispiele: übrig bleiben, freundlich grüßen)

Getrenntschreibung von Verbindungen aus Adverb und Verb

Ge7

Getrennt geschrieben werden Verbindungen aus zusammengesetzten Adverbien und Verben.

Zusammengesetzte Adverbien sind:

abhanden vorlieb

anheim zugute

beiseite zuhanden

fürlieb zunichte

überhand zupass

vonstatten zustatten

zuteil

(Beispiele: zuteil werden, zunichte machen)

Ge8

Getrennt geschrieben werden Verbindungen aus Adverbien mit "-einander" oder "-wärts" und Verben.

(Beispiele. miteinander gehen, rückwärts fahren)

Ge9

Getrennt geschrieben werden folgende adverbiale Fügungen:

infrage stellen oder in Frage stellen

instand setzen oder in Stand setzen

zugrunde gehen oder zu Grunde gehen

zuleide tun oder zu Leide tun

zurande kommen oder zu Rande kommen

zuschanden machen oder zu Schanden machen

zuschulden kommen lassen oder zu Schulden kommen lassen

zustande bringen oder zu Stande bringen

zutage fördern oder zu Tage fördern

zuwege bringen oder zu Wege bringen

Ge10

Getrennt geschrieben werden Verbindungen aus Adverb und Partizip.

(Beispiele: allein erziehende Mütter, anders denkende ...)

Getrenntschreibung von Verbindungen mit "sein"

Ge11

Getrennt geschrieben werden Verbindungen

mit "sein" und den konjugierten Formen von "sein".

(Beispiele: dabei sein, fertig sein, hinterher sein, zusammen sein)

Sonstiges zur Getrenntschreibng

Ge12

Getrennt geschrieben werden Verbindungen aus

allgemein, zu, allzu, so, ebenso, genauso wie

+

Adjektiv, Partizip, Adverb, Pronomen

(Beispiele: allgemein gültig, allgemein bildend, zu oft, zu viel,

allzu früh, allzu gern, so wenig, so viel, ebenso gut, ebenso sehr,

genauso gut, genauso viel, so weit wie möglich, wie viel)

 

Zusammenschreibung

Zu1

Zusammengeschrieben werden Verbindungen aus Nomen und Verb, wenn sie nominalisiert sind, d.h. als Nomen gebraucht werden.

(Beispiele: das Radfahren, beim Schwimmengehen)

Zu2

Zusammengeschrieben werden Verbindungen mit "-irgend".

(Beispiele: irgendeine)

Zu3

Nomen, Adjektive oder Partikel können mit Verben untrennbare Verbindungen eingehen. Sie werden immer zusammengeschrieben.

(Beispiele:

Nomen + Verb:

handhaben, lobpreisen, maßregeln, schlafwandeln, schlussfolgern,

wehklagen, wetteifern;

Adjektiv + Verb:

frohlocken, langweilen, vollbringen, vollenden;

Partikel + Verb:

durchbrechen, hintergehen, überzeugen, umlaufen, untergehen,

widersprechen, wiederkommen)

Zu4

Nomen, Adjektive oder Partikel können mit Verben trennbare Verbindungen eingehen. Zusammengeschrieben werden sie nur als Infinitiv, Partizip I und II und, wenn sie am Ende eines Gliedsatzes stehen.

(Beispiele:

Nomen (die in ihrer Bedeutung verblasst sind) + Verb:

heimfahren, irreführen, preisgeben, standhalten,

stattfinden, teilnehmen;

Adjektive (wenn sie nicht gesteigert oder erweitert werden können)

+ Verb

bloßstellen, fernsehen, freisprechen (aber: frei sprechen) gutschreiben

(aber: gut schreiben), hochrechnen, schwarzarbeiten, totschlagen)

Partikel + Verb

abändern, ankommen, aufbauen, ausgehen, losrennen, nachmachen,

vorbeiziehen)

 

Silbentrennung

Si1

Wörter werden nach Sprechsilben getrennt, wobei von mehreren Konsonanten der letzte zur neuen Silbe kommt.

(Beispiele: A-bend, U-fer, O-fen, i-ta-li-e-nisch, Bes-se-rung,

Fens-ter, kämp-fen, Drechs-ler)

Si2

Die Konsonantenverbindungen "ch, ck, sch, ph, th" gelten als ein Laut und dürfen deshalb nicht getrennt werden.

(Beispiele: Bü-cher, Zu-cker, Fla-sche, Pro-phet, Ar-thro-se)

Si3

Fremdwörter können nach ihren ursprünglichen Bestandteilen oder wie deutsche Wörter getrennt werden.

(Beispiele: Pu-bli-kum oder Pub-li-kum. Di-plom oder Dip-lom)

Si4

Sinnentstellende Trennungen sollten vermieden werden.

(Beispiele: be - inhalten, nicht: bein - halten;

Altbau - erhaltung, nicht: Altbauer - haltung

Spar - gelder, nicht: Spargel - der)

 

Gleich- und ähnlich klingende Laute

Rechtschreibhilfen für gleich- und ähnlich klingende Vokale

und gleich- und ähnlich klingende Konsonanten

Bei vielen Wörtern muss man sich die Schreibung einfach einprägen - das sind Lernwörter - und nach dem Inhalt des Textes entscheiden, welche Schreibung man wählt

(Beispiele: Stelle oder Ställe, Säle oder Seele, Lerche oder Lärche).

Bei vielen Wörtern mit gleich- und ähnlich klingenden Lauten helfen

drei Rechtschreibproben, die zeigen, wie die Wörter geschrieben werden:

Hi1

Wenn man nicht weiß, wie ein Wort im Auslaut (am Wortende) geschrieben wird, kann man das Wortende durch Verlängerung des Wortes hörbar machen.

Man kann

1. zu einem Nomen den Plural bilden:

das Fel ? - die Felder

2. aus einem Nomen ein Verb oder Adjektiv machen:

der Spu ? - spuken

3. ein Adjektiv mit einem Nomen beugen:

lusti ? - ein lustiges Spiel

4. ein Adjektiv steigern:

spä ? - später

5. zu Verben eine andere Form bilden:

er ho ?...- sie hoben

Hi2

Wenn man nicht weiß, ob man "ä" oder "e", "äu" oder "eu" schreiben soll,

muss man ein verwandtes Wort aus der Wortfamilie suchen und die

richtige Schreibweise davon ableiten:

(Beispiele: B?me - Baum = Bäume,

er schl?ft - schlafen = er schläft

P?rchen - das Paar = Pärchen

Hi3

Man kann das Wort auch in seine Bestandteile zerlegen. Dabei gilt, dass bei zusammengesetzten Wörtern an der Nahtstelle alle Konsonanten erhalten bleiben.

(Beispiele selbst-ständig, Bett-tuch, Sperr-müll-platz)

 

Fremdwörter

Fw 1

Häufig gebrauchte Fremdwörter mit Lauten, die es im Deutschen nicht gibt, können der deutschen Schreibweise angeglichen werden. Die ursprüngliche Schreibweise kann aber auch verwendet werden. Diese Regelung gilt besonders für die häufig gebrauchten Wörter mit "fon", "fot" und "graf".

(Beispiele: Delfin - Delphin, Grafit - Graphit, Jogurt - Joghurt,

Panter - Panther; Mikrofon - Mikrophon, Fotograf - Photograph,

Telefon - Telephon)

Fw 2

Fremdwörter, die der Bildungssprache oder bestimmten Fachbereichen angehören, müssen weiterhin in der fremden Schreibweise geschrieben werden.

(Beispiele: Metapher, Philosophie, polysynthetisch, Milieu, Jalousie,

Jeans, Computer, Breakdance, Macho)

Fw 3

Zusammensetzungen können zusammengeschrieben oder mit Bindestrich geschrieben werden.

(Beispiele: Cocktailparty oder Cocktail-Party,

Swimmingpool oder Swimming-Pool)

 

Stammprinzip

St1

Die Schreibweise eines Wortes richtet sich danach, welcher Wortfamilie das Wort im heutigen Sprachgebrauch zugeordnet wird.

(Beispiele:

Vokale:

behände zu Hand, belämmert zu Lamm

Stängel zu Stange, aufwändig zu Aufwand;

Konsonanten:

Ass zu Asse, nummerieren zu Nummer,

platzieren zu Platz, Tipp zu tippen, Stopp zu stoppen)

St2

Bei zusammengesetzten Wörtern bleiben an der Nahtstelle alle Konsonanten erhalten.

(Beispiele: Rohheit, selbstständig, Betttuch, Krepppapier,

Schwimmmeister, Schifffahrt, fetttriefend)

 

Zeichensetzung

 

Satzschlusszeichen

Der Punkt steht nach einem vollständigen Aussagesatz.

Das Fragezeichen steht nach einem Fragesatz

und nach einzelnen Fragewörtern.

Das Ausrufezeichen steht nach Ausrufen, nach Ausrufesätzen,

nach Befehlssätzen und nach Wunschsätzen.

(Beispiele: Es wird Frühling. Wie heißt du? Wie? Schade! Welch ein Glück!

Komm her! Wäre ich doch schon da!)

 

Wörtliche Rede

Zw1

Wörtliche Rede setzt man in Anführungszeichen.

(Beispiele: Der Schulanfänger sagte: "Schule macht Spaß."

"Schule sollte Spaß machen", sagte der Achtklässler.

"Schule", meinte die Abiturientin, "ist anstrengend.")

Zw2

Sowohl die wörtliche Rede als auch der Begleitsatz

behalten ihre Ausrufe- und Fragezeichen.

(Beispiele: Du solltest ihm sagen: "Mach endlich mal eine Pause!"!

Muss ich immer fragen: "Hast du Zähne geputzt?"?)

Zw3

Folgt nach einem Frage- oder Ausrufesatz in wörtlicher Rede ein

Begleitsatz, so steht nach dem schließenden Anführungszeichen

noch ein Komma.

(Beispiele: "Fall nicht!", rief der Bruder.

"Kannst du morgen kommen?", fragte die Freundin.)

Zw4

Bei dem Aussagesatz in wörtlicher Rede lässt man den Punkt weg,

wenn die wörtliche Rede am Anfang oder im Inneren

des gesamten Satzes steht.

(Beispiele: "Bald gibt es Ferien", sagte das Kind.

Die Mutter sagte: " Ich weiß gar nicht, ob ich Urlaub

bekomme", und machte ein besorgtes Gesicht.)

 

Komma bei Aufzählungen und genaueren Bestimmungen

Ko1

Das Komma steht bei Aufzählungen zwischen

gleichrangigen Wörtern und Wortgruppen,

wenn sie nicht durch "und" oder "oder" verbunden sind.

(Beispiele: Er sägte, feilte, hämmerte und hobelte den ganzen Tag.

Tee ist ein anregendes, manchmal auch beruhigendes Getränk.)

Ko2

Nachgestellte genauere Bestimmungen werden durch ein Komma

vom übrigen Satz abgetrennt (durch ein paariges Komma,

wenn es sich um einen Einschub handelt).

Man erkennt sie häufig an besonderen Wörtern oder Wortgruppen.

(Beispiele: Berthold Schwarz, ein deutscher Mönch, soll im 14.Jh.

das Schießpulver erfunden haben.

Der Zug verkehrt wöchentlich nur einmal, und zwar sonntags.

Es gibt vier Jahreszeiten, nämlich Frühling, Sommer ...

Sie mag alle Fischgerichte, besonders gegrillte Forelle.

Komma bei Satzreihen und Satzgefügen

Ko3

Das Komma trennt die Sätze einer Satzreihe (aneinandergereihte Hauptsätze).

(Beispiele: Der Dirigent betrat das Podium, es wurde still, das Konzert

konnte beginnen.

Die Sinnrichtung der Hauptsätze kann durch nebenordnende Konjunktionen ausgedrückt werden: aber, also, denn, doch, sonst, trotzdem,

(Beispiele: Der Dirigent betrat das Podium, trotzdem wurde es nicht still,

also konnte das Konzert nicht beginnen.)

Ko4

Das Komma trennt die Sätze eines Satzgefüges, dh. Haupt- und Gliedsatz bzw.

mehrere, nicht durch "und" oder "oder" verbundene Gliedsätze.

Am Beginn des Gliedsatzes steht entweder eine Konjunktion

(dass, nachdem, während, seitdem, solange, bevor, weil, da, wenn, falls,

obwohl, wobei, indem .....),

oder ein Relativpronomen

(welcher, welche, welches, der, die, das),

oder ein Fragepronomen

(wer, was, wessen, wem, wen, wo, womit ...)

Der Gliedsatz kann als Vordersatz, Zwischensatz oder Nachsatz stehen.

(Beispiele: Nachdem der Zug abgefahren war, gingen die Leute nach Hause.

Die Leute gingen, nachdem der Zug abgefahren war, nach Hause.

Die Leute gingen nach Hause, nachdem der Zug abgefahren war.

Die durch Komma voneinander getrennten Gliedsätze sind entweder gleichen Grades oder verschiedenen Grades.

(Beispiele: Wenn das wahr ist, wenn du wirklich kommst,

dann freue ich mich.

Sie war müde, weil sie gearbeitet hatte, bis ihr die Augen zufielen.

 

Komma bei und - oder

Ko5

Wenn "und" zwei Hauptsätze miteinander verbindet, kann ein Komma stehen,

damit die Gliederung des ganzen Satzes deutlich wird,

es muss aber kein Komma stehen.

(Beispiele: Die Schulglocke klingelte(,) und die Kinder

strömten in die Klasse.)

Ko6

Wenn "und" zwei Gliedsätze verbindet, darf kein Komma stehen.

(Beispiele: Es war nicht selten, dass er sie besuchte und dass sie bis

spät in die Nacht Schach spielten.)

Ko7

Wenn "und" gleichrangige Wörter oder Wortgruppen verbindet,

darf kein Komma stehen.

(Beispiele: Zu Weihnachten bekam sie Karten und Briefe und Pakete.

Sie öffnete die Tür und ging in den Garten.)

Ko8

Das Koma vor "und" muss stehen, wenn das Komma das Ende eines Gliedsatzes, eines Zusatzes oder eines Nachtrags kennzeichnet.

(Beispiele: Ich sehe, dass du leidest, und will dir helfen.

Mein Onkel, ein großer Tierfreund, und seine Katzen leben in

einem alten Haus.

 

Komma bei Infinitiven und Partizipien

Ko9

Bei Infinitiv- und Partizipgruppen kann man ein (gegebenenfalls paariges) Komma setzen, um die Gliederung des ganzen Satzes deutlich zu machen, man muss aber nicht.

(Beispiele: Etwas Schöneres(,) als schwimmen zu gehen(,) gibt es gar

nicht.

Durch frische Luft gestärkt(,) werden wir die Arbeit fortsetzen.

Ko10

Ein Komma muss stehen, wenn die Infinitiv oder die Partizipgruppe

zwischen Subjekt und Prädikat zu stehen kommt.

(Beispiele: Sie, aus vollem Halse lachend, kam auf ihn zu.

Er, ohne den Vertrag gelesen zu haben, hatte ihn sofort unterschrieben.

Ko11

Ein Komma muss stehen, wenn die Infinitiv- oder Partizipgruppe

angekündigt oder wiederaufgenommen wird.

Ankündigungen und Wiederaufnahmen erkennt man an besonderen Signalwörtern, Beispiele: daran, das, dies, es, so, ......

(Beispiele: Daran, den Job länger zu behalten, dachte er nicht.

Eine neue Jacke zu kaufen, das kam ihm nicht in den Sinn.

Ihr größter Wunsch war es, in Ruhe gelassen zu werden.

So, aus vollem Halse lachend, kam er auf sie zu.)

Ko12

Ein Komma muss stehen, wenn die Partizipgruppe das Ende des gesamten Satzes bildet.

(Beispiele Sie saß auf der Terrasse, ganz in Decken gehüllt.)

 

Die Regeln wurden von Susanne Münchbach zusammengestellt und bearbeitet!